Tonetti-Studie

In einer 2007 im angesehenen New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie zeigt Prof. Maurizio Tonetti, dass die konsequente und erfolgreiche Behandlung einer schweren Parodontitis das Risiko für Herz-/Kreislauferkrankungen um 30% senkt.

Eine Konsensusgruppe angloamerikanischer Ärzte und Zahnärzte hat bereits festgestellt, dass die Parodontitis mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und Diabetes assoziiert (=kombiniert) ist.

Unter Medizinern ist weltweit unbestritten, dass die Parodontitis zu einer Gruppe schwerer Krankheiten - Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes, Lungenentzündung, Rheuma, Demenz - gehört, die etwa identische Ursachen haben. Die Zusammenhänge (Was ist Huhn und was ist Ei?) werden erforscht.

Neu und überraschend ist die Erkernntnis von Prof. Tonetti, dass die Parodontitis auch zu den Ursachen (!) der Herz-/Kreislauferkrankungen zu zählen ist, also ursächliche Wechselwirkungen in beide Richtungen bestehen.

In Kombination mit Risikofaktoren (Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, Diabetes, Rauchen und genetische Faktoren = familiäre Disposition) bewirken bzw. verstärken Bakterien und Zellgifte aus der Parodontitis die Entzündung und Schädigung (Atherosklerose) der Innenseite von Blutgefäßwänden. (Auch wenn die Bakterien selbst hier nicht gefunden werden.) Daraus folgen die Verengung dieser Blutgefäße und die Bildung von Blutgerinseln, die fort geschwemmt werden und zum Verschluss von Herzkranzgefäßen (Herzinfarkt) und Gehirnnarterien (Schlaganfall) führen.