"In-Office-Bleaching" eines einzelnen
verfärbten, vitalen Schneidezahnes.
Bleaching (Bleichen von Zähnen)
Wir untercheiden äußere von inneren Zahnverfärbungen:
1. Äußere Zahnverfärbungen sind meist Auflagerungen von Farb- und Gerbstoffen aus Nahrungs- und Genussmitteln wie Brot, Kaffee, Tee, Lebensmittelfarbstoffen (z. B. im Brot), Tabak, Rotwein etc.. Sie sind oft durch eine oder ggf. mehrere professionelle Zahnreinigungen zu entfernen.
2. Innere Zahnverfärbungen können als unerwünschte Nebenwirkung nach Medikamenteneinnahme auftreten, Begleiterscheinung von Allgemeinerkrankungen sein oder durch ein Zahntrauma (Stoß, Schlag, Unfall) verursacht worden sein.
Bevor der Zahn / die Zähne gebleicht werden, stellt der Zahnarzt fest, was ursächlich für die Zahnverfärbung verantwortlich ist, ob es sich also um das Bleichen vitaler (lebender) oder avitaler (toter) Zähne handelt.
Generell empfiehlt sich eine zahnärztliche Beratung vor dem Bleaching!
Der Zahnarzt klärt ab, ob Gebiss und Mund gesund und alle Füllungen dicht sind, berät über Möglichkeiten, Risiken und Wirkungen des Bleachings. Weder Füllungen noch Kronen lassen sich aufhellen. Vor geplanten Überkronungen kann hingegen Bleaching sinnvoll sein, um anschließend die Kronen der helleren Zahnfarbe anzupassen. Das Ausmaß der Aufhellung ist nicht vorhersagbar. Da sich das Ergebnis langsam wieder abschwächt, sollte die Behandlung wiederholt werden, frühestens jedoch nach sechs Monaten.
A) Bleichen vitaler (= lebendiger) Zähne
wird durchgeführt als "Home-Bleaching" (z.B. Schienenbleichung oder Whitestrip-System) oder "In-Office-Bleaching"
„Home-Bleaching“
Schienenbleichung
Zunächst wird vom Zahnarzt eine Kunststoffschiene als Medikamententräger hergestellt, in die das Bleichgel eingefüllt wird. Die Tragedauer soll 12 Stunden pro Tag nicht überschreiten, nachts höchstens 8 Std., und es sollen mindestens zwei Ruheperioden pro Tag eingehalten werden.
Das Bleichgel setzt Sauerstoff freigesetzt, der die Zähne aufhellt. Dabei kann es zu reversiblen (= wieder ausheilenden) Zahnfleischverletzungen und zur vorübergehenden Überempfindlichkeit der Zähne kommen. Den Abschluss einer Schienenbleichung bildet immer eine vom Zahnarzt verabreichte örtliche
Whitestrip-System
Dünne Kunststoffstreifen sind einseitig mit Wasserstoffperoxid beschichtet. Sie sind im Drogeriehandel erhältlich. Nach Absprache mit dem Zahnarzt werden diese Streifen vom Patienten 1-2 x täglich für 30 Minuten auf die gewünschten Zähne aufgebracht. Die Behandlung dauert ca. 2-4 Wochen. Zahnüberempfindlichkeiten und Zahnfleischirritationen können beim WhitestripSystem aber ebenso auftreten.
"In-Office-Bleaching"
Hierbei wird vom Zahnarzt Wasserstoffperoxidgel auf die Zahnoberfläche aufgetragen, nachdem das Zahnfleisch durch eine Silikonschicht oder Spanngummi geschützt wurde. Nach 20-30 Minuten wird das Gel abgewaschen. Auch hierbei können Überempfindlichkeiten an Zähnen auftreten.
Unter Powerbleaching versteht man das beschleunigte Bleichen von Zähnen mit Bleichmitteln unter Licht-Hitze-Aktivierung. Hierbei kommt es zu einer Temperaturerhöhung im Zahninneren (Pulpa), so dass neben Überempfindlichkeiten der Zähne auch noch das Risiko einer Pulpaerkrankung besteht (wird noch erforscht). Neueste Untersuchungen zeigen, dass die hierbei verwendeten hoch konzentrierten (35%) Carbamidperoxide zu strukturellen Veränderungen des Zahnschmelzes führen können. Aus diesem Grunde wird von Powerbleaching abgeraten. Eine generelle Kontraindikation (Gegenanzeige) für diese Methode besteht bei jugendlichen vitalen und bei überempfindlichen Zähnen sowie bei Zähnen mit tiefen Schmelzsprüngen.
"In-Office-Bleaching": links: Zahnfleischschutz, Mitte: Auftragen des Bleichgels, rechts: Abspülen
B) Bleichen avitaler (= toter) Zähne ("walking-bleach")
Bei diesem Bleichverfahren wird vom Zahnarzt ein Bleichmittel in den Zahn eingebracht und verbleibt dort unter einem geeigneten (!) Verschluss ca. 3-4 Tage. Das Bleichergebnis muss regelmäßig vom Zahnarzt überprüft werden, die Einlage ggf. erneuert werden. Im Anschluss an die bleichende Behandlung findet immer eine Neutralisationsbehandlung des Zahninnenraums statt.
In seltenen Fällen wurden hierbei Resorptionen (Abbaudefekte) am Zahnhals beobachtet.