Implantate

Implantate sind in der Zahnmedizin künstliche Zahnwurzeln, die in den Kieferknochen eingesetzt werden. Es gibt in Deutschland über 50 verschiedene Implantatsysteme. In der Regel werden Schrauben oder runde Stifte aus Titan verwendet.

Dr. Bernd SteinseiferProthesenverankerung auf Knopf-
ankern, Prothesenunterseite

  1. Sie unterscheiden sich in:
    • Länge
    • Durchmesser
    • Beschaffenheit der Oberfläche und
    • der Art der Ankopplung der „Sekundärstruktur“
      (= das, was auf die Implantate gesetzt wird).

 

Implantate aus Zirkonoxid (statt Titan) konnten sich bisher nicht durchsetzen.

Während natürliche Zähne von Fasern im Knochen gehalten werden, wächst bei Implantaten der Knochen in die Rauhigkeit der Implantatoberfläche hinein und sorgt so für die Befestigung. Fachlich nennt man das „Osseointegration“.

Dr. Bernd SteinseiferKnopfanker auf Implantaten zur
Verankerung einer Totalprothese

Die Lebenserwartung der Implantate ist gut: Nach 5 Jahren sitzen noch über 95% aller Implantate gesund im Knochen.

Implantate können verwendet werden für Einzelzahnersatz, Ersatz mehrerer Zähne in Form einer Brücke bis hin zum Ersatz aller Zähne eines Kiefers, zur Stabilisierung einer Totalprothese insbesondere im Unterkiefer und sogar als Verankerungspunkt für kieferorthopädische Behandlungsgeräte.

  1. Bei der Versorgung mit Implantaten müssen verschiedene Grundsätze berücksichtigt werden:
    • Es muss ausreichendes Knochen in Höhe, Breite und Qualität vorhanden sein. Unter Umständen kann zusätzlicher Knochen oder Knochenersatzstoff transplantiert werden.
    • Der in der Umgebung der Implantate verbleibende Knochen muss ausreichend stark sein, damit die Ernährung des Implantatbetts sichergestellt ist.
    • Natürliche Strukturen wie Nerven dürfen nicht verletzt werden.
    • Der Gesundheitszustand des Patienten muss die Implantation zulassen.

Dr. Bernd SteinseiferRöntgenaufnahme Implantat im
Oberkiefer

Dr. Bernd SteinseiferVerankerung einer unteren Totalprothese mittels Steg auf 4 Implantaten

 

Vor der Implantation sind immer Röntgenuntersuchungen, u.U. auch ein speziell ausgewertetes Computertomogramm (CT) zur Abklärung der genauen räumlichen Situation und eventueller Risiken erforderlich. Implantate werden in der Regel in örtlicher Betäubung eingesetzt.

Die Aufsätze auf Implantaten bestehen bisher in der Regel auch aus Titan (siehe unten). Sie werden als "Abutments" bezeichnet. Sie werden durch Schrauben in den Implantaten verankert. Auf ihnen wird der Zahnersatz befestigt.

Neuerdings werden auch Zirkonoxid-Abutments verwendet.

Dr. Bernd Steinseiferfestsitzende Versorgung mit verblockten Zirkonoxid-Kronen auf
3 ITI-Implantaten, rechts Spiegelaufnahmen

Lassen Sie sich über die Möglichkeiten moderner Implantologie von Ihrem Zahnarzt/Ihrer Zahnärztin informieren.