Kinderzahnheilkunde

Genau betrachtet beginnt die Kinderzahnheilkunde bereits mit der

Schwangerschaft

Es zahlt sich immer aus, wenn Sie bereits vor der Schwangerschaft an zweimalige zahnärztliche Kontrollen pro Jahr gewöhnt sind.

Durch die allgemeine hormonelle Umstellung ist das Zahnfleisch während dieser Zeit oftmals stark gerötet, entzündet und blutet leicht. Man nennt dies Krankheitsbild auch „Schwangerschafts-Gingivitis“.

Das in der Schwangerschaft häufig beobachtete Erbrechen stellt für die Zähne eine große Belastung dar. Die hohe Säurekonzentration durch die Magensäure greift die Zähne in kurzer Zeit massiv an.

Ihre Ernährung sollte ausgewogene Kost sein, viel Obst und Gemüse enthalten. Verzichten Sie auf zuckerhaltige Zwischenmahlzeiten.

Nutzen Sie die Zeit der Schwangerschaft, zahnmedizinisch wichtige Informationen für Sie und ihr Baby zu sammeln. Wussten Sie z.B., dass es eine Infektionsquelle für Ihr Kind darstellen kann, wenn Sie den Schnuller Ihres Kindes anlutschen oder den Löffel beim Füttern zum Vorkosten verwenden?!

Säuglinge

Am besten achtet man von Beginn an auf eine zahngesunde Ernährung:

Bei allen Speisen und Getränken sollten Zucker- und Säurezusätze fehlen bzw. stark reduziert sein, Tee und Säfte nie unverdünnt ins Fläschchen gegeben werden. Von einem Daueraufenthalt oder sogenannten „Beruhigungsfläschchen“ muss abgeraten werden. Es kann zu Deformationen (= Verformung) von Zahnbögen und Kiefern führen und / oder zum gefürchteten „nursing-bottle-Syndrom“: Durch permanenten Kontakt der Zähne mit diesen Getränken kommt es zur raschen und vollständigen Erweichung der Milchzähne.

Die ersten Zähne

erwartet man etwa im Alter von sechs Monaten. Dieser Zahndurchbruch kann mit erheblichen Schmerzen verbunden und von Durchfall, Fieber und allgemeinem Unwohlsein begleitet sein. Für den erschwerten Zahndurchbruch stehen Beißringe zur Verfügung oder auch schmerzlindernde Salben. Eine harte Brotrinde kann auch als Zahnungshilfe dienen.

Kleinkinder

Für jedes Alter gibt es spezielle Zahnpflegebedürfnisse und extra darauf abgestimmte Zahnpflegemittel.

Bis zum Alter von 2 Jahren sollte Ihr Kind allmählich und ohne Druck daran gewöhnt sein, die Zähne 2 x täglich mit einer altersgemäßen Zahnbürste zu putzen. Die Eltern sollten das Zähneputzen anleiten und beaufsichtigen und das Putzergebnis spielerisch kontrollieren, ggf. korrigieren. Hilfreich sind hier elektrische Zahnbürsten, die ein eingehaltenes Zeitlimit mit einsetzender Melodie belohnen.

In der Ernährung sollten Sie konsequent auf kontrollierten Zuckerkonsum achten (nicht NUR der Zähne wegen!). Es empfiehlt sich, zahnfreundliche Süßigkeiten zu verwenden. Alle zahnfreundlichen Süßigkeiten sind durch das Zahnmännchen mit Regenschirm gekennzeichnet.

Um erst gar keine Zahnarztangst bei ihrem Kind aufkommen zu lassen, nehmen Sie ihr Kind zur eigenen zahnärztlichen Untersuchung einfach mit, nicht aber zu größeren Behandlungen oder komplizierten Eingriffen. Sie müssen auf ihre eigenen Worte ihrem Kind gegenüber sehr achten: Schlüsselworte wie "Angst", "Schmerz", "dauert nicht lang" und "tut doch gar nicht weh" beseitigen keine Ängste, sondern lösen sie aus. Auch der Satz "Du brachst keine Angst zu haben" lässt bei ihrem Kind alle Alamglocken läuten! Überlassen Sie ihrem Zahnarzt das Gespräch und machen Sie bitte keine Versprechungen, die ihr Zahnarzt nicht einhalten kann. Ehrlichkeit ist oberstes Gebot.

Dr. Bernd SteinseiferSchnuller bis max. 2½ benutzen.

Bis ihr Kind voll bezahnt ist (etwa mit 2½ Jahren sind 20 Milchzähne da), sollte der Zahnarztbesuch zur Normalität gworden sein.

Die „Schnullerfee“ besucht ihr Kind spätestens im Alter von 2½ Jahren!

Sobald die Zahnpasta nicht mehr verschluckt wird, können die Zähne durch die Gabe von Fluoriden stabilisiert und damit widerstandsfähiger gegen Karies gemacht werden.

Schulkinder

Lassen Sie die Zähne des Kindes weiterhin 2 x jährlich auf Karies-Freiheit hin untersuchen. Der Zahnarzt beobachtet auch die Zahnstellung und die Kieferentwicklung sowie die kindliche Mundhygiene. Er ordnet eine notwendige kieferorthopädische Behandlung an oder leitet ein altersgemäßes und effektives Zahnputztraining durch speziell ausgebildete zahnärztliche Mitarbeiter ein.

Das sogenannte „Wechselgebiss“ (Übergang vom Milchzahn- zum Erwachsenengebiss) stellt für die Mundhygiene eine besondere Herausforderung dar.

Milchzahnkaries

Auch hier gilt der Satz: „Vorbeugen ist besser als heilen“. Ist es trotz aller Maßnahmen zu einer Karies gekommen, bereiten Sie ihr Kind liebevoll und stressfrei auf die 1. Zahnbehandlung vor. Vermeiden Sie dabei Ausdrucksweisen wie „Du brauchst davor keine Angst haben“, denn dadurch signalisieren Sie ja eben, dass Ängste bestehen könnten.

Die Kinderbehandlung verläuft im Allgemeinen altersentsprechend mit vielen Erklärungen, spielerischen Darstellungen und natürlich auch mit speziell auf das „Kleine Gebiss“ abgestimmten Spritzen, Materialien etc.. Es wird darauf geachtet, dass dem „kleinen Patienten“ nicht zuviel zugemutet wird.