Parodontalbehandlung (zurück zur Übersichtsseite)
Laser in der Parodontologie
Bei Laserstrahlung handelt es sich um einen energiereiche Strahlung im nicht sichtbaren Bereich des Lichtes. Die aktive Hauptwellenlänge variiert je nach Lasertyp. Bei Lasern für Chirurgie und Zahnsubstanz-Entfernung beruht die Wirkung auf der Erhitzung der Gewebe, die diese Wellenlänge absorbieren, also aufnehmen. Dieser Energiestrahl bedarf bei der Anwendung der Wasserkühlung und eines zusätzlichen sichtbaren Leitstrahles.
Bei einem neueren Verfahren werden Bakterien in der Zahnfleichtasche "photochemisch" abgetötet. Dabei kommen Softlaser mit einer Leistung um 100 mW (=Milliwatt) zum Einsatz. Bei dieser geringen Energie ist keine Kühlung notwendig. Verwendet wird sichtbares Licht, keine Laserstrahlung. Das Verfahren ist von verschiedenen Anbietern unter den Bezeichnungen PACT Photo-activated Chemo Therapie bzw. APT oder aPDT für antimikrobielle Phtodynamische Therapie auf dem Markt.
Der zu behandelnde Bereich wird zuerst mit einem blauen Farbstoff gefärbt. Die Moleküle des Farbstoffs heften sich an die Membran (=Außenhaut) der Bakterien. Je nach verwendetem Farbstoff liegt dessen Absorptionsmaximum bei Wellenlängen im Bereich von 635 bis 690 nm (=Nanometer), worauf das Laserlicht abgestimmt ist. Das Laserlicht aktiviert den Farbstoff (Photosensibilisierung) und regt zur Bildung von Singulettsauerstoff an. Bei Singulettsauerstoff handelt es sich um einen angeregten Zustand der Sauerstoff-Moleküle. Singulettsauerstoff ist sehr reaktiv und zerstört die Bakterienmembran durch Oxidation und tötet so die Bakterien ab.
Durch diese schmerzfreie Behandlung werden die nach der Parodontalbehandlung noch vorhandenen Bakterien abgetötet. Sie wird als nebenwirkungsfreie Alternative zur Antibiotica-Behandlung gesehen.