Verhaltensregeln nach einer Operation im Mund

Ruhe für das Wundgebiet

Die Wunde sollte möglichst in Ruhe sein, damit die Wundränder zusammenheilen können und das Blutgerinnsel sich stabilisiert und einen vorhandenen Knochendefekt schließt. Den Wundbereich nicht mit der Zahnbürste reinigen, die Nähte nicht berühren. Nur spülen, wenn vom Zahnarzt verordnet.

Ruhe für den Patienten

Keine Anstrengung in den ersten Tagen (je nach Eingriff unterschiedlich lang, siehe Krankschreibung), nicht bücken.
Kein Sport.
Kein Alkohol!
Nicht rauchen! Nikotin ist zudem ein Gefäßgift (!), das die Heilung behindert.
Aber: Ruhe bedeutet nicht Bettruhe, denn Bettruhe = Wärme, wodurch die Schwellung verstärkt wird.

Schmerzbekämpfung

Schmerzmittel stehen in Form von Tabletten, Tropfen und Zäpfchen ( Suppositorien ) zur Verfügung.
Generell gilt: Schmerzen müssen nicht sein!

Ein Schmerzmittel sollte nach der Operation noch während der Betäubung und nach deren Abklingen eingenommen werden. Die Betäubung ist kein Schmerzmittel, sondern sie unterbricht lediglich die Reizaufnahme oder Reizleitung. Nach ihrem Ab- klingen setzen Schmerzen sofort ein und verstärken sich stetig. Wenn während und nach der Betäubung die Schmerzbekämpfung erfolgreich war, kann man je nach Rat des Zahnarztes probeweise auf weitere Gabe verzichten.

Achtung: Kein Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure ( ASS ...) verwenden! Acetylsalicylsäure vermindert die Blutgerinnung und kann somit Nachblutungen hervorrufen.

Kühlung

Der Patient sollte das Operationsgebiet zu Anfang ständig äußerlich kühlen. Aber: Nicht unterkühlen! Richtig: Ein Eiswürfel in Beutel mit Wasser oder Kältekissen mit feuchtem Tuch um- wickelt auf die Haut.

Kühlung vermindert die Schwellung. Daher wird nach dem Schlafen die Schwellung verstärkt sein.
In den ersten 48 Stunden in keinem Fall Wärme anwenden!

Nachblutung

Wurde vom Zahnarzt ein Tupfer auf die Wunde gelegt, so sollte er 30 Minuten unter leichtem Druck dort gehalten werden. Eine geringe Blutfärbung des Speichels in den ersten zwei Tagen ist unbedenklich. Beim Schlafen kann blutiger Speichel aus dem Mund fließen.

Eine stärkere Blutung kann man versuchsweise durch Aufbeißen auf ein sauberes Stofftaschentuch stillen. Gelingt dies nicht oder pulst die Blutung schon zu Beginn, suchen Sie unbedingt ihren Zahnarzt oder den Notdienst auf.

Essen

Essen dürfen Sie erst nach Abklingen der örtlichen Betäubung, da andernfalls die Gefahr von Bissverletzungen besteht. Anfänglich sollten Sie einige Tage nur weiche, aber dennoch nahrhafte Kost essen.

Keine heißen Getränke während der Betäubung – Verbrennungsgefahr!

Autofahren

Berücksichtigen Sie die verminderte Reaktionsfähigkeit nach der örtlichen Betäubung! Im Straßenverkehr gefährden Sie dann sich und andere.