Wurzelspitzenresektion
Den entzündlichen Prozess an der Spitze einer Zahnwurzel sieht der Zahnarzt meist im Röntgenbild an einem dunklen Fleck um die Wurzelspitze herum. Der dunkle Fleck ist Zeichen von Knochenabbau als Folge der Entzündung.
Diese Entzündung kann akut sein und damit schmerzhaft. Der Patient spürt ein Klopfen im Kiefer, der Kieferknochen und der Zahn sind druckschmerzhaft. Oft wird der Zahn als „verlängert“ empfunden. Später kommt es zur Weich-gewebsschwellung, wobei der Schmerz dann oftmals zurückgeht. Eine chronische Entzündung hingegen kann über viele Jahre völlig beschwerde-frei sein. Dies gilt insbesondere auch für die Zyste, eine Sonderform der Entzündung.
Bei der Wurzelspitzenresektion (WSR) wird (in der Regel) unter örtlicher Betäubung nach „Aufklappen“ der Schleimhaut die meist dünne Knochenschicht über der Wurzelspitze entfernt und der Entzündungsherd ausgeräumt. Zugleich wird das unterste Stück der Zahnwurzel ( Wurzelspitze ) entfernt, da dort viele kleinste Seitenkanäle sind. Darin verbliebene Bakterien verursachen die Entzündung. Nach Vernähen der Wunde setzt normalerweise eine komplikationslose Heilung ein. Nahtentfernung nach einer Woche.
Der Patient sollte das Operationsgebiet zu Anfang ständig äußerlich kühlen (Nicht unterkühlen! Richtig: Ein Eiswürfel in Beutel mit Wasser oder Cryopack mit feuchtem Tuch umwickelt auf die Haut.), Alkohol, Rauchen und körperliche Anstrengungen unbedingt vermeiden. Nikotin ist ein Gefäßgift (!!), das die Heilung behindert. Berücksichtigen Sie die verminderte Reaktionsfähigkeit nach der örtlichen Betäubung! Beim Autofahren gefährden Sie sich und andere.
Die Wurzelspitzenresektion stellt einen Routineeingriff in der zahnärztlichen Praxis dar. In besonderen Fällen (ungünstige Bedingungen bei großen Seitenzähnen in Ober- und Unterkiefer, weite Ausdehnung der Kieferhöhle im Oberkiefer-Seitenzahn-bereich, Nähe des Nervus alveolaris im Unterkiefer – er versorgt Lippe und Kinn auf der jeweiligen Seite und wird oftmals bei Füllungen und Eingriffen vom Zahnarzt betäubt) wird ihr Zahnarzt Sie zu einem Facharzt überweisen.